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Stellungnahme zum Lärmaktionsplan

Stellungnahme der SPD-Fraktion zum Lärmaktionsplan

GR-Sitzung am 27.7.2015

 

Ich möchte im Vorspann meiner Stellungnahme etwas ausholen um die Dringlichkeit unseres Handlungsbedarfs nochmals zu verdeutlichen:

Anders als die Abgase wird der Lärm des Verkehrs vielfach nicht als gefährlich angesehen - obwohl er der Gesundheit ebenfalls massiv schaden kann. Auch wenn das so mancher meint: An Lärm kann man sich nicht gewöhnen!! Bei Erwachsenen wird vor allem das Herz-Kreislauf-System, bei Kindern die Leistungsfähigkeit des Gehirns beeinflusst.

Eine Umfrage des Umweltbundesamtes ergab, dass sich gut die Hälfte der Bevölkerung im Wohnumfeld vom Lärm des Straßenverkehrs gestört oder belästigt fühlt. Das haben wir auch durch ein Schreiben von Anwohnern der Langestraße erfahren.

Lärm macht krank, selbst dann, wenn er gar nicht als störend wahrgenommen wird. Er ist ein unabhängiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Der Krach löst Stressreaktionen aus, Hormone wie Adrenalin werden verstärkt gebildet, was wiederum den Blutdruck steigen lässt, die Herzfrequenz beschleunigt und die Blutgerinnung aktiviert. Schätzungen zufolge sind allein etwa 4000 Herzinfarkte jährlich in Deutschland auf Straßenverkehrslärm zurückzuführen.

Die gefährliche Kaskade wird auch dann in Gang gesetzt, wenn der Betroffene den Lärm gar nicht bewusst wahrnimmt oder nicht als störend empfindet - etwa im Schlaf. Je länger ein Mensch in zu lauter Umgebunt lebt, desto größer wird sein Risiko für gesundheitliche Probleme.

Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse und das Vorliegen unserer Gutachten, dass wir bereits mit Geschwindigkeitsreduzierungen etwas gegen den Lärm beitragen können, veranlasst uns heute ja, weitreichende Beschlüsse für unsere Stadt zu fassen. Die EU-Richtlinie, übertragen auf bundesdeutsches Recht, verpflichtet uns zum Handeln. Doch so leicht fallen die Beschlüsse uns allen nicht, da wir auch Autofahrer sind, die gerne zügig an ihr Ziel kommen wollen. Doch hier heißt es umdenken: Beim Lärm sind wir oft  sowohl Opfer als auch Täter. Wir sind Mitverursacher der Kaskade, wenn wir selbst für kurze Wege das Auto nehmen. Und das ist der schwierigste Part, wenn wir Lärm vermeiden wollen: die Verhaltensänderung, der Umstieg aufs Rad oder den ÖPNV, wenn es um uns selbst geht. Es ist zwar am wirkungsvollsten, wenn wir alle versuchen, den Lärm zu vermeiden, doch eben auch sehr schwierig. Was wir als Stadtrat aber tun können laut Empfehlungen, das ist eben die Geschwindigkeitsreduzierung. Sie liegt in unserer Entscheidung heute Abend. In den Nebenstraßen ist Tempo 30 in unserer Stadt bereits selbstverständlich, doch entlang der Freiburger Straße, Langestraße und Hauptstraße muten wir den Anwohnern immer noch Tempo 50 zu. Haben sie nicht das gleiche Anrecht auf unseren Schutz? Für mich beeindruckend war das Schreiben der Anwohner aus der Langestraße, dass während der Tunnelschließung trotz der Erhöhung des Verkehrsaufkommens die Lärmbelastung nicht so hoch war durch die reduzierte Geschwindigkeit. Hier setzt auch die Mehrheit der SPD-Fraktion an, wenn es um die Entscheidung heute Abend geht. Wir sind nicht in allen Teil-Bereichen gleicher Meinung, doch unsere Grundtendenz ist klar: Gesundheit vor „Freie Fahrt für freie Bürger“. Wir tragen mit unserem Votum Verantwortung für Hunderte von geplagten Anwohnern und sind uns dabei bewusst, dass wir von Nicht-Betroffenen heftige Kritik einstecken werden müssen. Doch das darf uns nicht abschrecken. Wir werden uns darüber hinaus weiterhin auch für die mittelfristigen Maßnahmen einsetzen wie Flüsterasphalt bei Straßen-Sanierungen oder Kreisverkehre in der Stadt z.B. an der Postkreuzung und in der Gambrinus-Kurve. Doch der erste Schritt ist die Geschwindigkeitsbeschränkung. Deshalb begrüßen wir mehrheitlich den vorliegenden Lärm-Aktionsplan mit Ausnahme der Tempo-80-Regelung auf der B 294 in der Höhe Suggental.

 

Gabi Schindler, Fraktionssprecherin

 

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